Donnerstag, 7. Februar 2019

Phillip Island

Unser Weg führte uns weiter zu alten Erinnerungen nach Phillip Island. Damals waren wir hierhin mit der Fähre übergesetzt und zu Fuss auf der Halbinsel unterwegs. Dieses Mal nahmen wir die Brücke


mit unserem Camper und schlugen unser Lager im Camp "A Maze'n Things" auf.


Es liegt genau gegenüber vom Koala Conservation Center der Insel, wo kranke Koalas der noch 50 auf der Insel wild lebenden aufgepeppelt werden.


Aber Koalas hatten wir erst einmal genug gesehen, sodass es uns zu den Zwergpinguinen zog. Angepriesen wird es überall mit einer "Penguin Parade", die wir uns am Abend mit unzähligen Asiaten anschauten. Auf dem Weg dahin ging es noch zum Seal Rock, wo wir allerdings keine Robben zu Gesicht bekamen,


dafür allerlei andere Kleintiere



und viiiieeeeeeeeel Landschaft.





Sowie einige brütende Pinguine.



Denen war man hier viel näher und ungestörter (für beide Seiten) als bei der eigentlichen Pinguin-Parade, wie wir gleich enttäuscht feststellen sollten.
In Fussball-Stadion-Atmosphäre


saßen JJ & Rudi in der ersten Reihe im Sand, Coco & Jenny ganz oben,


wo man stets einen Überblick über Meer, Besucher & weitere Tiere hat, z.B. neugierige Wallabys.


Nach Sonnenuntergang kehren die kleinsten Pinguine der Welt vom Fische jagen an den Strand zurück, um ihre Jungen zu versorgen. Man erwartet einen Pinguinschwarm, aber das war nicht der Fall. Mal zwei, mal sechs, mal vier, mal ein einzelner tauchten am Strand auf und watschelten durchs gleißende Flutlicht an Land und suchten ihren Bau. Da es schon dunkel war, mußte man auch schon genau hinschauen, damit man die Kleinen nicht mit den vielen ansässigen Möwen verwechselt. Den tausenden Asiaten war das kleine Schauspiel schnell zu langweilig (man durfte keinerlei Fotos oder Filmaufnahmen machen, was richtig ist, wenn es um Blitzlicht geht, aber wenn es schon einen offiziellen Flutlicht- Empfang gibt und die Pinguine kaum sichtbar in 50m Entfernung an einem vorbeiwatscheln, fragt man sich schon was wohl mehr stört. In der Werbung wird es natürlich ganz anders dargestellt, nämlich so.


Als dann wenigstens alle Chinesen weg waren und man ungestört allein hätte beobachten können, wurde unfreundlich das Licht ausgeschaltet und man aus dem Stadion vertrieben: Feierabend!


Etwas enttäuschend, aber wenigstens hatten wir die Hoffnung, dass das Eintrittsgeld hauptsächlich für einen guten Zweck, nämlich den Erhalt der Pinguin-Kolonie selbst eingesetzt wird.


Wobei Stadion und Empfangskomplex eine riesige Baustelle war und sicher nicht verkleinert wird. Aber Chinesisches Neujahr eben: wenn 1 Mrd. Touristen danach verlangen...

Nachts bekamen wir dann von den nächsten putzigen Tierchen Besuch, den Possums.



Sie kletterten ohne Scheu am Auto und den Bäumen ringsum und schnüffelten am Moskitonetz entlang, während man auf der andere Seite mit Taschenlampe nach draußen leuchtete, quasi Nase an Nase. Witziges Schauspiel und sehr viel naturnaher als die Pinguin-Parade und keine Angst: vollkommen ungefährlich solange man nicht versucht sie zu streicheln (wie immer bei Wildtieren).

Mittwoch, 6. Februar 2019

gen Osten

Cape Otway sollte der südlichste und westlichste Punkt unserer Reise durch Australien sein und somit machten wir einmal kehrt und fuhren auf der Great Ocean Road wieder zurück in Richtung Melbourne.


Melbourne selbst ließen wir dabei links liegen und sahen es nur aus der Ferne aus dem Auto. An Großstädten hatten wir mit KL, später dann Sydney und Brisbane noch genug auf dem Programm, außerdem kannten wir die Stadt bereits aus 2011.


Überhaupt fiel uns auf, daß die Kinder hier ohne großes Murren bereitwillig in Mittagsschlaf verfielen, überwiegend während der Autofahrt. Wir spekulierten in uns hineinlächelnd, daß es womöglich an den vielen Eukalyptuswälern hier liegt...


Oder einfach nur weil es genauso entspannt zugeht wie zu Hause.


Naja, entspannt...die ersten Tagen waren für die Eltern noch nicht so entspannt. Auch da brauchte es ein paar Tage bevor sich alles einspielt und man in den Urlaubsflow kommt.


Der setzte dann langsam in Lorne ein, einem netten Städtchen mit Park


(unser Vogelschreck voll in Aktion)


 und Surf-Strand


Übernachtet haben wir in Anglesea




und nachts waren wir diesmal nicht von Koalas sondern von Kängurus umgeben (unbeschreibliches Schauspiel, wenn man nur durch eine Mückenschutz von ihnen getrennt ist).


Coco hat davon noch nichts mitbekommen, aber das sollte sich bald ändern.

Dienstag, 5. Februar 2019

Chinesisches Neujahr

Nach unserer kleinen Van-Odyssey mußten wir uns erstmal mit unserem neuen Zuhause vertraut machen und alle Sachen auf wenig Raum etwas ordnen. Jenny brauchte nur 4 Tage für ihre Grundordnung, damit sie endlich mal das fand, was sie finden wollte...
Unsere nächste Station war der Bimbi-Park am Cape Otway Nationalpark. Dort waren wir vor 8 Jahren bereits und liebten diesen Ort weil es soviele Koalas auf den Bäumen gab. Allerdings ändert sich in der Zwischenzeit einiges und so gab es natürlich auch einige Überraschungen. Die Koala-Population war in der Vergangenheit leider so stark gewachsen, daß der halbe Eukalyptus-Wald abgestorben ist.



Koalas gibt es nach wie vor, aber man muss sie mittlerweile schon ganz genau suchen. Wenn man weiß, daß man dazu die Baumwipfel und vor allem Astgabeln absuchen muß, bekommt man natürlich immer noch viele zu sehen.





Soviele, daß JJ dem ganzen natürlich bald überdrüßig wurde.


Coco hingegen schien ganz froh, daß die Zeitgenossen weit oben in den Bäumen hingen und sich nicht bewegten. Ansonst waren ihr anfangs die Tiere noch nicht so einerlei. Aber das gab sich mit den Tagen.
Allen Reiseführern, Internet und Apps zum Trotz gibt es erstaunlicher Weise noch genug Weltreisende, die nicht wissen, in welchen Regionen besonders viele Koalas leben und zu sehen sind. So konnten wir fast allen ahnungslosen Caravan-Park-Nachbarn zeigen, wer leise, still und heimlich über ihnen in den Bäumen döst oder nachts aktiv grunst und klettert.


Ganz besonders unbedarft sind da chinesische Mitbürger. Laut schreiend, mit dem Auto hupend als sei man im Pekinger Stadtverkehr unterwegs und auch im Allgemeinen nicht gerade rücksichtsvoll, werden die Koalas nicht gerade ungestört beobachtet. Und wir mußten uns eingestehen, wenn 1 Mrd. Chinesen auf Reisen geht, sind alle anderen in der Minderheit. Australiens Tourismus hat sich jetzt zum Chinesischen Neujahr (Ende Januar, Anfang Februar) schon gut auf die Zielgruppe fokussiert und viele Touri-Attraktionen sind abgestimmt auf genau diese Gäste. Die Great-Ocean-Road war zweisprachig ausgeschildert, englisch und chinesisch und fast sämtliche Touristen-Pfade wurden von Menschenmassen überströmt. Vor 8 Jahren zur gleichen Zeit war es dagegen im Vergleich fast menschenleer. Jetzt flogen 5 Helikopter zeitgleich zum Rundflug über die 12 Apostel hinweg, im 10 min. Takt.



Die meisten der Sehenswürdigkeiten ließen wir deshalb aus (wobei wir sie natürlich vor 8 Jahren auch schon gesehen haben und die Kids noch nicht so ausladendes Interesse an Felsenformationen zeigen;-) und besannen uns auf die wenigen, die man nicht so einfach mit dem Bus ansteuern kann, sondern nur zu Fuß erreicht wie die Loch Ard George 



und die Gibson Steps.






Genug Steine, Sand und Wasser um auch hier einen Tag am Strand herumzubekommen. 



Aber die Welt dreht sich nun mal weiter, wie ein Leuchtturm auch


(Cape Otway Lighthouse),




und wir mußten zu Beginn unserer Reise feststellen: Früher war eben doch manches (nicht alles) besser - ohje, wir werden alt;-)


Gelbhaubenkakadu


Rosakakadu

Samstag, 2. Februar 2019

Auf Mietwagen-Suche

Der Flug von Kuala Lumpur nach Melbourne



 mit AirAsia war zwar um einiges kürzer, dafür aber deutlich anstrengender und nerviger. Entertainement gab es nicht wirklich, bei einem 6h Nachtflug aber auch nicht notwendig. Ebenso wenig wie Abendessen und Frühstück (beides mal Reis mit Hühnchen). Trotzdem mußte immer was durch die Gänge geschoben und verkauft werden (ist hier nicht immer inklusive). Durch die Essenszeiten war das Licht im Flugzeug letztlich nur 2h gedimmt irgendeine Stewardess mit Wagen rödelte ständig durch die Gänge...es blieb somit leider nicht wirklich viel Zeit zum Schlafen.


Aber 25Grad und Sonnenschein in Melbourne um 9 am Morgen entschädigen dann schon für vieles.
Nur das sich das Sicherheitspersonal am Flughafen unheimlich viel Zeit ließ...fast 2h dauerte das Prozedere und dann konnte sich endlich die Tür zur Empfangshalle öffnen. Nur gab es keine Empfangshalle!? Wir standen direkt an der Straße, kein weiteres Terminal, kein großer Flughafen weit und breit...


nur eine Bushaltestelle mit einer Busverbindung nach Melbourne-City? Aber wo waren wir denn, wenn nicht in Melbourne? In Deutschland würden wir jetzt spitz bemerken: nach in Frankfurt-Hahn und nicht in Frankfurt. Und so ging es uns jetzt auch. Seit knapp 2 Monaten wird jetzt ein Flughafen außerhalb von Melbourne von AirAsia für Internationale Flüge genutzt. Das war so nicht klar und eindeutig bei unserer Flugbuchung vor einigen Monaten.


Aber langes zetern half uns jetzt auch nicht weiter. So mußten wir uns ein Uber (Neudeutsch für günstiges Taxi - mit dem asiatischen Pendant Grab hatten wir KL schon einige Erfahrung gesammelt) organisieren, 1h nach Melbourne fahren zur Mietwagen-Station zu fahren (haben uns bei der Gelegenheit gleich die Geschichte vom Flughafen und dem einträglichen Geschäft durch die neue Gegebenheit erzählen lassen) um dann wieder die ganze Strecke mit unserem Campervan zurückzufahren.


Aber Ende gut, alles gut. Wir haben unseren Campervan bekommen,


die Kindersitze sehen zwar nicht so aus, scheinen aber trotzdem bequem genug,


haben das erste Teilstück kurzerhand verkürzt (sind ja flexibel). Nach einer Stärkung


und Runde Riesen-Uno


schlugen wir in Kennett River, relativ am Anfang der Great Ocean Road direkt neben den Kängurus und Koalas unser erstes Lager auf.



Und so haben JJ und Coco ihren ersten freilebenden Koala gleich am ersten Tag gesehen und für alle war der anstrengende Tag schnell vergessen.