Mittwoch, 13. Februar 2019

Bermagui - Nacht im Wald

Eine weitere Empfehlung an uns war der Ort Bermagui. Die Landschaft dahin wurde nun mehr durchzogen von Weiden als durch Wälder.


Allerdings konnten wir bei unserer Ankunft die Begeisterung nicht so recht teilen. Ein kleines nettes Örtchen, auf einem Hügel am felsigen Meer (Beispielbild):



Wir besuchten die so ziemlich einzige Attraktion für uns, den Blue Poole.


Der wird regelmäßig durch hohe Wellen mit frischen Wasser und Fisch gefüllt und eignet sich prima für ein kühles Bad.


Und als es schon dunkel wurde und wir keine Lust auf den einzigen überfüllten Campingplatz hatten, entschieden wir uns einen weiteren Rat auszuprobieren. Das Campen in der Wildnis auf zugelassenen Stellplätzen. Das ist kostenfrei, meist nicht direkt an der Küste sondern eher im Landesinneren, irgendwo in einem Waldstück.


Meistens sogar mit WC, nur eben ohne Duschen. Diese Möglichkeiten sind auch der Grund, warum halb Australien monatelang günstig durch die Gegend reisen kann. Denn 50$ bzw. 30€ pro Nacht nur für den Stellplatz für Camper oder Zelt sind schon eine Stange Geld und das kann sich auch hier dauerhaft nicht jeder leisten. Deshalb gibt es auch extra Reiseführer, die nur solche Plätze katalogisieren und aufzeigen und deshalb ist man auch nie allein auf solch Plätzen...im Gegenteil, die meisten sind sogar überfüllt, wie wir dann weiter nördlich oft feststellen durften.


Kurzum (die ängstlichen Omis sollten jetzt nicht weiterlesen), die Nacht im Wald verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Keine Anwohner, die die Polizei rufen (kommt wohl sehr häufig vor), keine Ranger die Knöllchen verteilen (kostet zwischen 200-500€ wenn man unerlaubt campt) und einen nachts wecken und vertreiben.
Zum Frühstück gab es dann Eierkuchen aus der Bordküche und alle waren glücklich.


Nur etwas geregnet hatte es des nachts und komischerweise wurde das Auto dadurch nicht sauberer


sondern war überzogen von roter Erde. Okay, dachten wir...wahrscheinlich der Staub, den es vom Blätterwald heruntergespült hatte. Aber denkste, in den nächsten Städtchen sahen alle Autos genauso aus. Hatte sich wohl eine Staubwolke ordentlich abgeregnet.
Und da die Damen in der zweiten Reihe gern einen ungetrübten Blick aus dem Fenster genießen wollten,


mußten erstmal eine Waschanlage fürs Auto und eine Dusche für uns aufsuchen.
Was uns übrigens auf den Straßen hier auch immer wieder auffällt, sind die Brücken. Meist noch aus Holz


und natürlich einspurig. Bundesstraßen, keine Nebenstraßen. Alles ohne Gewichtsbegrenzung.


Und mit eigenen Augen gesehen, fahren hier auch 60-Tonner drüber


oder kommen einem entgegen.